Manche Familien haben es wirklich in sich!

admin 21. Juni, 2016

 

 

Jenny Milchman

Night Falls - Du kannst dich nicht verstecken

ISBN 9783548287553

Übersetzung: Marie Rahn

480 Seiten

Ullstein Verlag

9,99 €

 

 

Jenny Milchman (von der ich bisher noch nie etwas gehört hatte) lebt im Staat  New York und gibt Schreibkurse.

 

Mein erster Leseeindruck  ließ mich noch etwas zögerlich zurück, denn ich hatte die Befürchtung, das Buch sei zu konventionell gestrickt.
Nach der Lektüre kann ich das aber revidieren, denn mir hat der gesamte Roman sehr viel besser gefallen als nur die Leseprobe.

Zwei geflohene Gefangene, offensichtlich Schwerverbrecher, der bedrohlich wirkende Riese Harlan und der smarte Nick, nisten sich in einem recht einsam gelegenen luxuriösen Haus ein, angeblich nur, weil sie sich dort ausrüsten wollen, um in die Natur zu fliehen.

Doch sehr bald wird klar, dass es nicht nur um warme Jacken, Lebensmittel, GPS und gute Landkarten geht. Nick möchte sehr viel mehr…

Sandy, die er hartnäckig Cass nennt, wird vor schwierigste Proben gestellt - und - obwohl sie beruflich als Psychologin arbeitet - muss sie sich eingestehen, dass sie die Ratschläge, die sie ihren Patienten gibt, selbst nie befolgt hat. So zum Beispiel der, sich seiner Vergangenheit zu stellen. iese Vergangenheit holt sie nun ein.

Doch nicht nur sie selbst wird dadurch bedroht, sondern auch ihr Mann, ihre Tochter, ihr Hund - und last but not least - die Nachbarn.
Auf sehr spannende Weise wird das Vorleben Sandys - und wie es mit dem von Nick zusammenhängt, immer wieder in eingeschobenen Kapiteln zwischen die aktuelle Handlung eingeflochten.

Mir hat die Darstellung der einzelnen Charaktere  sehr gut gefallen. Nun gut, Sandys Ehemann wird schon etwas holzschnittartig beschrieben - aber dafür gelingen andere, so etwa auch die Figur Harlans, sehr viel besser.

Die Rückblicke auf Sandys Kindheit - und immer dagegen geschnitten - aus Nicks Kindheit, waren für mich die Highlights dieses psychologischen Krimis.

Ich muss zwar einschränkend sagen, dass ich es ein wenig lächerlich fand, dass aus der Tatsache, dass Sandy eben früher Cassandra hieß (deshalb der Name, den Nick ihr gibt: Cass) so lange eine Art Geheimnis gemacht wurde, denn das war ja eigentlich schon sofort klar .

Ebenso dass auch Nicholas später Nick wird - nun ja, da muss man ja nicht lange rumraten. Da wurde offensichtlich die Intelligenz der normalen Krimileser ein wenig unterschätzt. In welchem Verhältnis Nick und Sandy zueinander stehen, war (mir zumindest) ebenfalls sehr schnell klar.

Dennoch: sonderbarerweise hat mir das die Spannung absolut nicht genommen, denn gerade solche Familiendramen haben ja ihre eigene Dynamik.

Ich musste beim Lesen immer wieder mal an das großartige Buch von Lionel Shriver “Wir müssen über Kevin reden” denken, denn in vielerlei Hinsicht ähneln sich die Charaktere von Kevin und Nick sehr.

 

Lobend erwähnen möchte ich auch das Ende, das ich ziemlich überraschend fand und gut!

 

Bestellen können Sie das Buch gleich hier, bwz. Sie können es sich vormerken lassen, denn es erscheint erst im Juli 2016

 

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