Ein neuer Fall für Milena Lukin

admin 28. September, 2017

Schünemann & Volic´

„Maiglöckchenweiß“

Diogenes Verlag 22 €

 

Christian Schünemann, 1986 in Bremen geborten, studierte Slawistik in Berlin und Sankt Petersburg, arbeitete in Moskau und Bosnien-Herzegowina, lebt und arbeitet als Drehbuchautor  in Berlin.  Jelena Volic, geboren in Belgrad, lehrt dort Neuere deutsche Literatur- und Kulturgeschichte. Sie ist Mitarbeiterin in diversen Foren, die sich mit Serbien im europäischen Einigungsprozess befassen, und Expertin für deutsch-serbische Beziehungen. Sie lebt in Belgrad und Berlin. Die beiden sind seit vielen Jahren befreundet.

Der dritte Fall für Milena Lukin, die gar keine Kommissarin ist, sondern Kriminologin ist,  spielt sich in Belgrad ab. Vor 25 Jahren hatten zwei Jugendliche einen kleinen Roma-Jungen völlig ohne Anlass attackiert und totgeschlagen. Die Familie fällt danach auseinander, die Mutter begeht Selbstmord.

 Einer der Jugendlichen saß dafür 7 Jahre im Gefängnis, der andere floh ins Ausland zu einem Verwandten. Nun kommt er, gemeinsam mit seiner niederländischen Frau, zurück nach Belgrad. Die beiden möchten ein kleines Hotel eröffnen. Doch Jurij möchte sich vor allem nach all den Jahren seiner Verantwortung stellen. Sein Anwalt, ein Freund von Milena, unterstützt ihn dabei. Doch nach wenigen Tagen wird Jurij tot aufgefunden, die Polizei ist überzeugt, es sei ein Selbstmord.

Doch zu vieles passt nicht zusammen. War es die späte Rache der Roma – Familie? Denn zeitgleich kehrt auch Anna, die mittlerweile erfolgreiche Schwester des ermordeten Jungen zurück in die Stadt. Welche Rolle spielt Luca, der andere Täter dabei? Die Spuren führen in die Vergangenheit, zurück in die jugoslawische Geschichte.

Nebenbei  spielt natürlich auch das Privatleben von Milena, deren geschiedener deutscher Ehemann zusammen mit seiner neuen Frau ebenfalls nach Belgrad fährt um den Geburtstag des gemeinsamen Sohnes zu feiern. Auch hier ist Aufregung angesagt.

Was mir gut gefiel ist die spannende Verknüpfung brisanter Themen wie Rassismus gegen Roma, die neuere Geschichte des ehemaligen Jugoslawien mit einem interessanten Fall. Ab und zu sind manche Handlungsstränge etwas übertrieben dargestellt, nicht alles ist schlüssig, die privaten Geschichten überzeugten mich weniger, aber insgesamt gefiel mir auch der dritte Teil der Serie – ebenso wie die beiden ersten Teile „Pfingstrosenrot“ und „Kornblumenblau“ wieder sehr gut.

Das Autorenduo passt gut zusammen, die Themen sind jedes Mal hochinteressant, die Spannung stimmt. Wenn dann auch noch die letzten Enden stimmig zusammenfinden würden, wäre es perfekt. Gut ist der Krimi aber auch so!

Es wird Zeit, dass Schünemann & Volic bekannter bei uns werden!

Bestellen können Sie das gerne bei mir in der Buchhandlung Thaer!

Trackback URI |

Kommentar hinterlassen.