Camillo, der beste Hexenkater

admin 15. August, 2010

Angelika Diem (Text) / Susanne Szesny (Illustration) „Für mich bist du der Beste!“

 

ISBN: 9783930299447

13,70 €

Albarello Verlag

32 Seiten

mit integrierter kleiner Plüschkatze

oder alternativ:

Buch ohne Plüschtier

ISBN:978-3865590398

11,90 €

Ein ansprechend gestaltetes, sehr schön illustriertes Bilderbuch für Kinder zwischen 3 und 6 Jahren.

Hexen sind ja beliebte Figuren in Kinderbüchern, sei es die Kleine Hexe von Preußler oder die Hexe Verstexe oder die Hexe Lili oder Lisbeth, die kleine Hexe und und und.

Hier ist nun also noch eine Hexe, die ich bisher nicht kannte: die Hexe Pollonia Petersiel!

Pollonia sitzt zu Hause in ihrem gemütlichen Hexenhaus und lässt es sich mit ihrem Kater Camillo gut gehen. Gerade lernt sie noch ein wenig in ihrem Zauberbuch, um sich fürs jährliche Wetthexen fit zu machen, als es an der Tür klopft und die überhebliche Kusine Hexe Hiberia Majoran herein rauscht. Heute noch gibt es einen Hexenwettbewerb um das beste Hexentier, Pollonia möge sich bereit machen, obwohl sie mit ihrem alten Kater ja sowieso nicht gewinnen könne.

Kein Wunder, dass Pollonia sich darüber ärgert, sie möchte natürlich gerne gewinnen, also probiert sie rasch ein paar Zaubersprüche aus, um sich ein besonders originelles neues Hexentier zu „besorgen“. Auf die ängstliche Frage Camillos hin, ob er denn trotzdem bei ihr bleiben könne, antwortet sie, dass er das gerne könne, wenn es dem neuen Tier genehm sei.

Naja, nicht so ganz die Antwort, die sich unser Kater so gewünscht hat. Aber mal sehen, was da so als „Nachfolger“ in Frage kommt.

Als erstes hext das kleine rothaarige und spitznasige Hexchen sich einen Eisbären, dann einen Pfau und zum Schluss einen Tiger. Keines der Tiere kommt in Frage, der Tiger wird  sogar recht gefährlich. Aber der gute alte Camillo stellt sich schützend vor seine Besitzerin und die kleine Katze verteidigt sein Hexenfrauchen vor dem großen Katzenraubtier.

Pollonia lässt die Versuche nun sein und beschließt, einfach mit Camillo zum Fest zu gehen, ob sie den Superhexenbesen nun gewinnt oder nicht, was macht das schon. Vielleicht wird das Fest ja auch so schön?!

Doch zu ihrer und der anderen Hexen Überraschung wird gerade Camillo zum besten Hexentier ernannt, Pollonia gewinnt also nicht nur den begehrten Preis, sondern behält auch noch ihren treuen Kater und bleibt glücklich mit ihm. Den Satz „Für mich bist du der Beste“ hat sie Gott sei Dank schon vor der Preisverleihung gesagt…

Diese nette kleine Geschichte über Freundschaft und Treue einerseits und über Eitelkeit und Verrat andererseits gefällt nicht nur wegen des Inhalts, sondern auch wegen der schönen Gestaltung.

Die Illustrationen sind ansprechend und mit liebevollen Details wie z.B. einer kleinen Maus, die man auf jeder Seite suchen kann, ausgestattet.

Auch gibt es immer wieder aufklappbare Doppelseiten, auf denen die herbei gezauberten Tiere groß zu sehen sind.

Last but not least ist natürlich die ein wenig teurere Ausgabe mit dem Kater Camillo aus Stoff noch mal interessanter für Kinder.

Dass dieses hübsche Bilderbuch, das eine Katze als bestes Tier auszeichnet, mich als ausgesprochenen Katzenfan natürlich besonders anspricht, darf auch nicht unerwähnt bleiben.

Fazit: ein schönes Geschenk für kleine und große Hexen-, Katzen- und BilderbuchliebhaberInnen!

 

Wenn Sie das Buch bestellen möchten, können Sie das gleich hier bei der Buchhandlung Thaer tun:

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Der neue Roman des ersten Deutschen Buchpreisträgers

admin 11. March, 2010


Arno Geiger „Alles über Sally“

Hanser Verlag 2010

21,50 €

 

 

Arno Geiger wurde 1968 in Bregenz geboren. Nach einem Studium der Deutschen Philologie, Alten Geschichte und Vergleichenden Literaturwissenschaft in Wien und Innsbruck arbeitete er von 1986 – 2002 als Videotechniker auf den Bregenzer Festspielen.1996 wurde er  zum Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb eingeladen. Er  lebt heute als freier Schriftsteller in Wolfurt und Wien. Neben fünf weiteren Literaturpreisen wurde Arno Geiger der erste Träger des Deutschen Buchpreises mit „Es geht uns gut“ (2005).

Nun hat er nach dem Kurzgeschichtenband „Anna nicht vergessen“ (2007) einen neuen Roman veröffentlicht.

 

 

„Alles über Sally“ erzählt die Geschichte einer Ehe, einer Ehe, die schon seit 30 Jahren hält, die älteste Tochter ist aus dem Haus, die beiden halbwüchsigen jüngeren leben noch bei den Eltern, die Beziehung nimmt ihren ruhigen Lauf. Während eines Urlaubs gehen sich Sally und Alfred gehörig auf die Nerven und während Sally gerade über Alfreds Unzulänglichkeiten sinniert, bringt ein Anruf von zu Hause ihre zwar langweilige und ein wenig öde, aber insgesamt recht angenehme Welt durcheinander: ihr Haus wurde ausgeraubt!

 

Dieser Einbruch, der nicht nur ein Angriff auf ihr Hab und Gut darstellt, sondern auch ein Angriff auf ihr gewohntes Leben, wirkt wie ein Katalysator, der die beiden zu Fragen grundsätzlicher Art bringt. Alfred verfällt dem Trübsinn, er mag nicht mehr aus dem Haus gehen, hinterfragt alles und wird unsicherer.

Sally hingegen stürzt sich in eine Affäre mit Alfreds Freund und nun beginnt eine realistisch geschilderte Dreiecksgeschichte um Liebe, Verrat und Eifersucht.

Ihr heimlicher Liebhaber ist allerdings nicht nur Alfreds Freund, sondern er und seine Frau sind ein seit vielen Jahren miteinander vertrautes Ehepaar, beide betrügen also nicht nur ihre Partner, sondern auch ihre Freunde bzw. Freundinnen, was die Angelegenheit noch ein wenig verzwickter macht.

Später wird sich herausstellen, dass Sally nicht der einzige Seitensprung des gemeinsamen Freundes ist – wie Sally auf diese neue Wendung reagiert, ist ungewöhnlich und nicht vorhersehbar.

 

Gerade durch die Tatsache, dass es sich um ein älteres Paar handelt, das in einer stabilen – nicht glücklichen aber auch nicht unglücklichen  - Beziehung lebt, erhält die Geschichte einen eigenen Reiz.

 

Ob die gemeinsam erlebten Jahre letztendlich die Oberhand über den Reiz des Neuen gewinnen wird, müssen die Leser selbst erfahren, denn das wird erst gegen Ende des Buches geklärt.

 

 

Geigers plastischer, doch gleichzeitig eleganter Erzählstil überzeugt gerade durch die genaue Beschreibung an sich unwesentlicher Details der Beziehung. Wie sieht Sally ihren aus dem Leim gegangen Partner, der Stützstrümpfe gegen Krampfadern trägt – brutal und hart oder liebevoll? Oder ist beides möglich?

 

Auch wenn Sallys Verhalten nicht gerade sympathisch ist, beschreibt der Autor die inneren Beweggründe und Gedanken dieser klugen und interessanten Person so detailliert und nachvollziehbar, dass sie uns, ohne  ihre Handlungsweise weder zu billigen noch gut zu heißen, dennoch bewegt.

Gerade weil Geiger nie der Gefahr erliegt, gefühlig zu schreiben, versteht er es, uns zu rühren.

 

 

Ein Buch, das sich flüssig liest, nie langweilt und auf intelligente Weise unterhält.

 

Wenn Sie das Buch gleich bestellen möchten, gehen Sie bitte auf folgenden Link:

 

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Graphivc Novel für klein und Groß über Chinas jüngere Vergangenheit

admin 11. March, 2010


 

 

Chen Jianghong

„An Großvaters Hand“

 

80 Seiten

Moritz Verlag

Aus dem Französischen übersetzt von Tobias Scheffel

24,80 €

 

 

Chen Jianghong wurde 1963 in Tianjin geboren. Er studierte Kunst in Beijing, lebt aber seit 1987 in Paris, wo er als freischaffender Künstler arbeitet.

Er hat sich einen Namen gemacht als Kinderbuchautor und Illustrator, seine Bücher wurden mit mehreren Preisen ausgezeichnet. So erhielt er für sein wunderschönes Bilderbuch „Han Gan und das Wunderpferd“ 2005 den Jugendliteraturpreis und für „Der Tigerprinz“ den „Luchs“ der ZEIT und den Rattenfänger Literaturpreis.

 

 

 

In seinem neuen Buch „An Großvaters Hand“ begibt er sich weg von dem Genre des Märchens, dem er bisher in seinen Bilderbüchern treu geblieben war. Er erzählt, malt und zeichnet seine eigene Kindheit im China während des großen Umbruchs.

Nun kann man fragen, ob die Kulturrevolution ein geeignetes Thema für ein Kinderbuch ist, das der Verlag mit der Altersempfehlung „ab 4 Jahren“  und versieht. Wenn man sich Jianghongs Buch genauer ansieht, kann man durchaus zu diesem Schluss kommen. Kleine Kinder werden große Freude daran haben, die vielen Details der Bilder zu entdecken und die Geschichte ist in einfachen Worten gehalten, die man als Erwachsener genau so vorlesen kann um verstanden zu werden. Es werden keine Grausamkeiten beschrieben und keine schrecklichen Einzelheiten erzählt.

Dennoch werden Kinder begreifen, dass es einfach traurig ist für die ganze Familie, wenn der Vater für lange Zeit weggeschickt wird. Was ein Umerziehungslager wirklich ist, muss ein Kind dabei nicht unbedingt verstehen.

 

Der kleine Chen lebt in einer intakten und glücklichen Familie auf dem Land in Nordchina ein ruhiges friedliches Leben. Sicher gibt es einige Probleme, so man muss sehr bescheiden leben und sich einschränken, aber die Großmutter kocht und näht, zieht kleine Küken auf und versorgt die Kinder gut. Zwar ist die große Schwester taubstumm, doch der kleine Chen freut sich darüber, dass sie ihm die Zeichensprache beibringt. Die Außenwelt entdeckt der kleine Junge vorwiegend an der Hand seines Großvaters. Mit ihm geht er in den Park, wo sie auf andere ältere Männer treffen, die darum wetteifern, wer den schönsten Singvogel besitzt; mit ihm erkundet er die Straßen und die Nachbarschaft.

 

Eines Tages ist plötzlich alles anders: Das Bild des Tigers an der Wand wird ersetzt durch das Bild Maos, die Familie wirft alte Fotografien weg und sieht nach, ob noch alle Bücher stehen bleiben können oder aussortiert werden müssen. Bald kommen die uniformierten Revolutionsgarden in die Häuser und überprüfen, ob die Bewohner linientreu sind oder noch dem alten Denken verhaftet.

 

Am Ende wird der inzwischen 8-jährige Chen, wie alle Kinder seines Alters, selber Rotgardist.

In tief berührenden Bildern erspürt man mehr die Veränderung, die das alles für das Leben eines Kindes hatte, als dass es wirklich genau erzählt wird. So sieht man den kleinen Chen bei einer freundlichen Nachbarin, die er gerne mag, kurz danach erfährt man, dass die Nachbarin weggebracht wurde und er sie nicht mehr sah. Den Rest muss man sich dazu denken.

Hier ist natürlich der erwachsene Vorleser gefragt, denn er wird selbst entscheiden müssen, wie viel er zusätzlich erklären kann oder möchte.

 

Jedenfalls ist das Buch, wenn man es denn als Kinderbuch betrachtet, ein sehr guter Einstieg, um die jüngere Geschichte Chinas ein wenig zu erklären, ohne zu sehr ins Detail gehen zu müssen.

Abhängig vom Alter und Verständnis der Kinder kann man das natürlich auch als Aufhänger für Gespräche über Freiheit und Diktatur nutzen.

 

Man kann das aber auch einfach bleiben lassen und sich an den vielen wunderschönen Zeichnungen freuen.

Ich tendiere sowieso dazu, dieses Buch weniger als normales Bilderbuch, denn als ein hochwertiges Kunstobjekt zu betrachten.

Sei es das Format, das Papier, die Farben sowie der Leinenrücken und natürlich die Zeichnungen – all das zusammen spricht die bibliophile Seele in uns an.

 

Es erinnert in seiner Art an eine „graphic novel“, wer beispielsweise die (verfilmte) sehr schöne Autobiographie der Iranerin Marjane Sartrapi „Persepolis“ mochte, wird auch von Chen Jianghongs „An Großvaters Hand“ begeistert sein.

 

 

 

Eine autobiografische Erinnerung, eine in klaren und schönen Worten erzählte Kindheitsgeschichte im China zur Zeit der Kulturrevolution.

Eine geniale Mischung zwischen  Bilderbuch, Graphic Novel und Kunstband.

 

Ein Buch für alle Menschen ab 4 Jahren bis ins hohe Alter, die Wert auf hochwertige Gestaltung und guten Geschmack legen.

 

 

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Bennett, Alan Die souveräne Leserin

admin 11. March, 2010

In der sehr schön gestalteten Salto Reihe des Wagenbach Verlags ist ein wunderbares  Bändchen erschienen, das auf keinen Fall übersehen werden darf!

 

Alan Bennett „Die souveräne Leserin“

Wagenbach Verlag 2008

ISBN: 9783803112545

120 Seiten  14,90 €

 

 

Alan Bennett wurde 1934 in Leeds geboren. Er, der Sohn eines Metzgers ist einer der erfolgreichsten englischen Dramatiker. Darüber hinaus ist er auch noch als Regisseur und Schauspieler tätig. Viele seiner Bücher sind ins Deutsche übersetzt worden, im Wagenbach Verlag erhältlich sind derzeit noch vier weitere Titel.

 

Inhalt:

 

Die Queen ist – wie man weiß – eine äußerst pflichtbewusste Dame, die ihr Leben lang die ihrem Amt auferlegten Aufgaben wenn auch nicht immer mit Begeisterung, so dennoch mit der inneren Befriedigung derjenigen, die wissen ihre Arbeit ist nützlich, erfüllt hatte.

Dass sie dabei immer absolut korrekt gekleidet war, mit fast preußisch zu nennender Haltung und einem freundlichen, aber kalkulierbaren Lächeln auf den Lippen, ist selbstverständlich.

 

Was ist nur geschehen, dass sie nun mit einer Strickjacke, die ihre Zofe insgeheim als „ein Verbrechen“ bezeichnet umherläuft und sie sich so oft wie  möglich den Gesprächen mit ihrem Berater entzieht und auch ihren Repräsentationspflichten nicht mehr ganz so pünktlich und immer unlustiger werdend nachgeht? Es soll sogar vorgekommen sein, dass sie ab und an ohne krank zu sein, Unwohlsein vortäuscht.

 

Diese Besorgnis erregenden Veränderung begann mit einem banalen Anlass: die unfolgsamen Corgis der Queen liefen mal wieder davon und als die Queen sie wieder einfing, kam sie vor einem Bücherbus zu stehen ganz in der Nähe ihres Palastes.

Von einem Bücherbus wusste sie bislang nichts, doch da sie ein höflicher Mensch ist, fühlte sie sich bemüßigt, sich ein Buch auszuleihen. Als ungeübte Leserin versuchte sie sich an einer trockenen und schwierigen Lektüre. Als sie  das Buch zurückzubringen wollte, stieß sie wieder auf den gleichen Küchenjungen der schon beim letzten Mal lesend im Bus saß. Sie bat ihn um Hilfe bei der Auswahl der Lektüre.

 

Auch wenn die persönlichen Vorlieben des Küchenjungen eher danach ausgerichtet waren, ob der Autor schwul war oder nicht, entpuppt sich doch der Gedankenaustausch zwischen ihm und der Queen als so fruchtbar, dass sie ihn zu ihrem persönlichen Pagen ernennt. Seine Hauptaufgabe besteht in der Auswahl der Lektüre der Königin und den gemeinsamen Gesprächen über Gelesenes.

Ja, die gute alte Elizabeth, die sich nie fürs Lesen interessiert hatte, tut nun praktisch nichts anderes mehr. Natürlich erfüllt sie weiterhin ihre unabdingbaren Aufgaben, aber jede freie (und auch manche nicht freie) Minute wird zum Lesen genutzt. Es ist selbstverständlich, dass sich so ein „Hobby“ auf den ganzen Menschen auswirkt.

Doch nicht nur die Queen selbst ist davon betroffen, sondern ihr Hofstaat, die Regierung, ihre Berater und in gewisser Weise auch das Volk.

So kann es nicht weiter gehen! (Das meinen zumindest einige sehr einflussreiche Personen). Ein Spiel der Intrigen beginnt.

Doch die Queen wird alle an ihrem 80. Geburtstag noch ordentlich überraschen!

 

Alan Bennett schreibt in einem sehr amüsanten und leichtfüßigen Stil. Er besitzt einen Humor, der einen zwar nicht zu Schenkel klopfenden Lachanfällen hinreißt, doch muss man bei der Lektüre immer wieder schmunzeln und ab und an auch in sich hinein kichern.

Herrlich sind die kleinen Spitzen, die er austeilt, die wie nebenbei die Politik und die „bessere“ Gesellschaft kritisieren. 

 

Mit seinem roten Leineneinband, dem praktischen und schönen Lesebändchen, der guten handwerklichen Verarbeitung und dem gelungenen Foto auf dem Cover lädt das Buch schon vom sinnlichen Aspekt her zum Lesen ein.

Ein witziges, kluges und anspruchsvolles Büchlein das zudem noch Lust auf weitere Lektüre macht. Nicht nur auf weitere Lektüre dieses Autors, sondern auch auf einige der Bücher, die auf der Leseliste der Queen standen.

 

 

Die ideale Lektüre für jeden Bücherfreund, jeden Liebhaber skurrilen englischen Humors und ein ideales Geschenk für jeden Menschen, der an Literatur interessiert ist. Möglicherweise ist es ein noch idealeres Geschenk für liebe Menschen, die man noch – ganz subtil - auf den Geschmack bringen möchte.

 

 wenn Sie den Titel gleich bestellen wollen bitte über folgenden Link:

 

http://thaer.shop-asp.de/shop/action/productDetails/7393965/alan_bennett_die_souveraene_leserin_3803112540.html?aUrl=90007281

Die Geschichte einer kleinen Stadt am Rande eines Indianerreservats

admin 21. May, 2009

Louise Erdrich „Solange du lebst“ Insel Verlag  22,80 €  Die amerikanische Schriftstellerin Louise Erdrich dürfte durch ihren Erfolgsroman „Die Rübenkönigin“ in Erinnerung sein oder vom „Club der singenden Metzger“. Doch was ihr mit dieser Neuerscheinung gelingt, bezeichnet nicht nur Philip Roth als ein „Meisterwerk“, auch ich halte es für ein solches.

Erdrich, geb. 1954 in Minnesota, ist mütterlicherseits Indianerin, väterlicherseits stammt sie von deutschen Einwanderern ab. Viele ihrer Bücher bewegen sich in der Welt der Indianer und zeigen ohne mystischen Schmus, ohne herablassendes Gutmenschentum faszinierende Einblicke in diese uns fremde Welt. Erdrich ist „nebenbei“ auch noch Besitzerin eines unabhängigen Buchladens in Minneapolis. Sie lebt mit ihrem Mann, zwei eigenen und drei adoptierten Kindern In Cornish/ Minnesota. Die Handlung setzt mit einer grausigen Bluttat ein, die 1911 im Städtchen Pluto in North Dakota am Rande eines Reservats stattfand: eine weiße Siedlerfamilie wurde fast vollständig ausgelöscht, nur ein Baby überlebte. Als angebliche Täter wurden unschuldige Indianer gelyncht; Einer jedoch überlebte.  Die Folgen dieses Dramas spielen noch heute in  der Geschichte der Stadt eine wesentliche, wenn auch nicht auf den ersten Blick ersichtliche Rolle. Jeder in Pluto scheint mit jedem irgendwie verwandt zu sein, oder verfeindet, ineinander verliebt und möglicherweise in Rache verbunden: jede einzelne Lebensgeschichte hängt mit der eines anderen Stadtbewohners  zusammen. Erst nach und nach erschließt sich dem Leser das innere Geflecht dieser Kleinstadt.  Den Nachfahren - seien es Opfer oder Täter - der in den  grässlichen Mord verwickelten Menschen, stellt sich die Frage, wie sie mit der Schuld oder Unschuld ihrer Vorväter umgehen sollen, ob sie es überhaupt müssen.  Evelina, die Enkelin des alten Indianers Mooshum, hört den Geschichten des Alten gerne zu, doch es dauert lange, bis sie seine Erzählungen von rauen Zeiten und heimlicher Liebe richtig einordnen kann.  Harte Hungerwinter, mystische Träume, Abenteuer, religiöser Fanatismus, Rassismus, Lynchjustiz, Romantik und tödliche Liebe – all das und viel mehr verwebt die begnadete Geschichtenerzählerin Louise Erdrich zu einem mitreißenden Roman voller Leidenschaft und Düsternis.  Unterschiedliche Ich-Erzähler (vier Haupterzähler) treten auf, jeder von ihnen erzählt seinen Blickpunkt  in einem anderen Sprachrhythmus, jeder hat einen anderen Fokus. Langsam erkennt man als Leser den roten Faden und zum Schluss wird auch der Mord von 1911 aufgeklärt.  In einem zornigen, harten, märchenhaften, stellenweise auch humorvollen Stil präsentiert die Autorin eine wunderbare Mischung aus Generationenporträt, Liebesroman und Zeitgeschichte.  Ein Buch, in das man fasziniert versinkt und erst nach dem Ende widerwillig daraus auftaucht. Großartig!

Sie können das Buch gleich hier bestellen:  http://thaer.shop-asp.de/shop/action/productDetails/7959687/louise_erdrich_solange_du_lebst_3458174265.html?aUrl=90007281           

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